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Was ist Filz?

„Filz ist ein bindemittelfreier, nicht wieder auflösbarer Verband mehr oder weniger dicht dreidimensional miteinander verwirrter, ungerichteter Einzelfasern.
Daraus folgt:
Filzen ist der fortschreitende Vorgang einer dreidimensionalen, mehr oder weniger dichten Verwirrung ungerichteter Einzelfasern zu einem bindemittelfreien, nicht wieder auflösbaren Verband.“ Bruno Bujack

 

Und hier ist eine ganz simple Erklärung:

Filz ist ein textiles Flächengebilde aus einem ungeordneten, nur schwer zu trennenden Fasergut; Filz ist also eine nicht gewebte Textilie.

 

 

Geschichte und Tradition

Diese Technik ist schon lange bekannt und wird nachweislich schon seit der Jungsteinzeit praktiziert. Es ist zu vermuten, dass sogar noch länger Filz aus Tierhaaren hergestellt wird, nur sind ältere Funde kaum zu entdecken, da die Beweise schon lange verrottet sein werden. Insbesondere zur Herstellung von Kopfbedeckungen wurde dieser Werkstoff schon früh verwendet.
Als Meister der Filzherstellung in Asien galten die Mongolen und die Tibeter. Für beide Völker ergeben sich Hinweise auf eine frühe Nutzung dieses Materials, das für nomadisierende Gruppen besonders wichtig war. Sie verwendeten Filze nicht nur für ihre Kleidung, sondern auch für die Herstellung ihrer Zelte.

 

Wie entsteht Filz?

Grundsätzlich sind beim Filzen zwei Arbeitsweisen zu unterscheiden:
Dem traditionellen Nassfilzen und dem moderneren Trockenfilzen mit Hilfe von Filznadeln.

Die traditionelle Methode ist das Nassfilzen. Das dabei entstehende Produkt wird auch als Walkfilz bezeichnet. Dabei wird warmes Wasser und Seife genutzt, um die Schuppen auf der Oberfläche der Haare aufzustellen. Dadurch wirken sie wie Widerhaken und lassen beim Walken die Haare besser verfilzen, die sich dann auch nicht mehr so leicht voneinander lösen lassen. Bei diesem Prozess schrumpft das Flächengebilde zu einem festen Material zusammen, das sich nur mit scharfem Werkzeug trennen lässt.

Eine andere Methode der Filzherstellung ist das Trockenfilzen. Hierbei wird, wie die Bezeichnung es schon erkennen lässt, die Wolle trocken verarbeitet. Benötigt werden dazu spezielle Filznadeln, die an ihren Seiten mehrere Widerhaken haben. Dadurch können die Fasern in das Werkstück hineingedrückt werden und verschlingen sich somit zunehmend untereinander. Dies wird solange fortgeführt, bis die erwünschte Faserdichte erreicht ist.

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