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Historische Schafrassen

 Schaf des Monats – Eine Aktion des Filznetzwerkes

 Historie – welches Schaf stand an der Krippe

Mufflon – Foto Tierpark Sababurg

Wenn wir uns über Schafrassen Gedanken machen, so sollten wir uns fragen, woher kommen denn unsere gezüchteten Schafrassen, wann begann das mit der Domestizierung überhaupt. Wir lesen schon in der Weihnachtsgeschichte von den Hirten und ihren Schafen, die Schafhaltung und Zucht muss also deutlich mehr als 2000 Jahre alt sein.

Könnten wir herausfinden, wie die Schafe ausgesehen haben könnten, die das Jesuskind im Stall besucht haben??

Zunächst lässt sich einigermaßen zuverlässig feststellen, dass die Tierhaltung der Menschen bereits vor ca. 10.000 Jahren begann. Nur der Hund als Jagdbegleiter scheint schon vorher vom Menschen domestiziert worden zu sein. Dabei waren die Menschen von Zucht und Auslese bestimmter Eigenschaften aber noch Jahrtausende entfernt.
Erst seit etwa 5000 Jahren werden Schafe auch wegen Ihrer Wolle gehalten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt beginnt die systematische Auswahl und somit Zucht bestimmter Eigenschaften.
Lange war sich die Wissenschaft nicht einig, auf welche Wildschafe unsere Haustierrassen zurückgehen. So wurde lange angenommen, dass sowohl das Mufflon als auch das Urial zu den Stammvätern der domestizierten Schafrassen zählten.  Momentan gilt aber allgemein, dass alle Hausschafrassen vom Mufflon abstammen.

Es vergingen also noch weitere 3000 Jahre, bis zur Krippe im Stall zu Bethlehem und es lassen sich viele Nachweise für Schafhaltung und Zucht in der Geschichte finden.

Für das Zweistromland ist bereits in altbabylonischer Zeit (19.-16. Jh. v. Chr.) unter Rim-Sin Larsa und Hammurabi eine Schafhaltung im großen Stil bezeugt, da über den Tierbestand sorgfältig Buch geführt und bes. im Zusammenhang mit der Schur die Bestandsaufnahme jeweils aktualisiert wurde. In einem Briefwechsel wird von mehr als 1000 Arbeitskräften gesprochen, die zur Schur gebraucht wurden. Auf jeden Fall war das Wollgeschäft nachweislich eine wesentliche Stütze königlicher Macht. Weber fertigten Gewänder für den Eigenbedarf und den Export an und Wolle war sogar darlehensfähig und wurde in Silber zurückgezahlt.

Im alten Griechenland läßt sich Viehwirtschaft ab dem 07. Jh v. Ch. nachweisen, dabei  begründet sich der Reichtum des Adels auf die Anzahlt der Vieherden.

In Ägypten hingegen war Schafhaltung erst ab dem 4. Jh.v.Ch bekannt. Die Ägypter scheinen auch die Wolle nicht zur Produktion von Kleidung verwendet zu haben sondern ausschließlich das Leder.

In all diesen Quellen ist aber nie von einer Schafrasse oder deren Bezeichnung die Rede, um uns also den Schafen an der Krippe zu nähern, bleiben uns nur archäologische Funde.

Hierfür gilt als wichtigster Fundort früher Schafzucht  die nördliche Region des heutigen Iraks.

Fettschwanzschafe – Usbekistan – foto Wikipedia

Ergebnis gezielter Züchtungen ist das im Nahen Osten weit verbreitete sog. Syrische Fettschwanzschaf. Der 4-10 Kilogramm schwere Schwanz konzentriert die Reserven des Schafes an einer Stelle, ähnlich wie der Höcker beim Kamel. Der Fettschwanz ist eine reichhaltige und daher begehrte Nahrung für den Menschen gewesen, was auch seine Kostbarkeit und seine davon abgeleitete kultische Funktion als Opfergabe mitbegründet. (Quelle www.bibelwissenschaften.de  )

Die Bezeichnung Fettschwanzschaf oder Fettsteißschaf scheint uns als Bezeichnung einer Schafrasse erst einmal fremd. Mir selbst war der Begriff zuvor auch noch nie begegnet. Die weitere Recherche ergab aber, dass wir zumindest eine Rasse dieser Gattung sehr gut kennen, das Karakulschaf ist der wohl bekannteste Vertreter der Fettschwanzschafe und zumindest dessen Wolle verarbeiten wir viel.

Aufgrund der Geschichte und der Archäologischen Funde können wir also davon ausgehen, dass die Hirten in Bethlehem eine Herde Fettschwanzschafe mit sich führten. Auch wenn wie das abschließend voraussichtlich nie beweisen können.

Text: Margit Röhm

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