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Das Walachenschaf

Das Walachenschaf

walachenbock

Herkunft

Das Walachenschaf ist ein mittelgroßes, mischwolliges Schaf aus der Gruppe der Zackelschafe. Mit dem Volksstamm der Walachen(südländisches Rumänien) wanderte es vor rund 300 Jahren in die mährischen Beskiden(Tscheschien) sowie in den slowakischen Teil des Karpatenbogens ein und wurde hier unter kargen Lebensbedingungen als Dreinutzungsrasse(Milch, Wolle, Fleisch) gehalten. Die Rasse der Walachenschafe überdauert in isolierter Zucht in zum Teil schwer zugänglichen Gebieten.Bis in den frühen 1980 Jahren leistungsfähigere Rassen zur Verbesserung der Milch- und Fleischproduktion eingekreuzt wurden.

Durch das Engagement Einzelner konnte eine kleine Restpopulation in Tschechien und der Slowakei erhalten werden. Diese Tiere stellen die züchteriche Grundlage der gesamten heutigen Walachenschafpopulation dar. 1986 wurden mit Hilfe der GEH und SAVE acht Walachenschafe(zwei Böcke und sechs Muttertiere) des ursprünglichen Typs nach Deutschland importiert. Auf diesen Tieren ist der Stamm der heutigen deutschen Population begründet. Die Tiere werden in eigeneständigen Linien gehalten und bundesweit von der GEH züchterisch betreut. 2004 fand ein Zuchttieraustausch zwischen Tschechien und Deutschland statt. Jeweils 25 Tiere wechselten zwischen den Ländern ihre Besitzer und tragen so zur Blutauffrischung in beiden Populationen bei. Bei mittlerweile gleich großen Populationen stellen die hiesigen deutschen Walachenschafe eine sehr bedeutende Zuchtgruppe dar.

Aussehen/ Kennzeichen

Das Walachenschaf ist ein feingliedriges, mittelgroßes Schaf. Der leicht geramste Kopf der Böcke ist immer behornt; das ausgeprägte, spiralgedrehte, seitlich abstehende Horn ist bis 50cm lang und ein markantes Kennzeichen der Walachenschafe. Weibliche Tiere zeigen eine gerade bis leicht geramste Profillinie des Kopfes, sie sind nicht immer behornt und das Horn ist wesentlich feiner und weniger gewunden. Häufig haben die Hörner einen schwarzen Längsstreifen. Das mischwollige, grobe Vlies ist weiß, früher waren auch graue und braune Tiere bekannt. In Tschechien und der Slowakei gibt es seit wenigen Jahren wieder schwarze Walachenschafe. Unbewollte Körperteile sind häufig mit unregelmäßigen nut teilweise scharf abgerenzten Pigmentflecken getupft, bis hin zur Brillenbildung(vor allem Tiere aus tschechischer Population). Die Stirn ist bewollt, die Ohren kurz und waagrecht stehend. Die Brunst ist überwiegend saisonal, die Erstzulassung erfolgt meit ab 18 Monaten. Gute Muttereigenschaften, leichte Lammungen und eine gute Milchleistung versprechen eine sehr zufriedenstellende Lämmeraufzucht. Walachenschafe verbeißen gerne Blätter und junge Triebe und sind daher besonders gut zur Landschaftspflege geeignet. Das temperamentvolle Schaf wird bei intensiver Betreuung zahm, ist ansonsten scheu und wachsam.

Leistung

Zuchtziel: Züchtung eines genügsamen, widerstandsfähigen und zur Landschaftspflege besonders geeigneten, attraktiven Landschafes. Das Gewicht ausgewachsener Böcke beträgt im Schnitt 60-75kg, bei einer Widerristhöhe von ca. 70cm. Erwachsene Muttertiere wiegen etwa 40-55kg, die Widerristhöhe liegt bei 65cm.

Wolle

Das Vliesgewicht der grobwolligen Mischwolle beträgt beim Bock 4-5kg, bei den Muttern 1,5-2,5kg.

Diese Wolle ähnelt von der Struktur und auch vom Filzverhalten der Heidschnuckenwolle. Das geschorene Vlies der Walachenschafe besitzt ebenfalls lange, recht grobe Grannenhaare.

Stand der Zucht

In Deutschland werden aktuell(im Jahr 2013) rund 400 Mutterschafe und ca. 60 Zuchböcke von etwas mehr als 30 Züchtern gehalten. 10 Züchter betreiben mit ca. 10 Muttertieren und ca. 20 Böcken Herdbuchzucht, die anderen Züchter haben Kontakt mit der GEH und melden größtenteils jährlich ihre Ablammergebnisse. Der Bestand an Walachenschafe in Tschechien(mährische Walachei) ist nur wenig größer als der deutsche. Dort wird jedoch der größte Teil der Tiere in Herdbuchzucht gehalten. Für Walachen in Herdbuchzucht erhalten die Züchter in Tschechien eine attraktive, staatliche Prämie. In der Roten Liste der GEH ist das Walachenschaf als gefährdete Rasse unter „ausländische Rassen“ vermerkt.

Diese Infos wurden aus einem Flyer der GEH entnommen.

Weiterführende Links:

G-E-H

Walachenschafe.de

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